Vom Schaf zum Pullover

Vom Schaf zum Pullover

Die Verwendung von Schafwolle als textiles Material reicht vermutlich bis in die Bronzezeit zurück. Bereits die alten Ägypter betrieben Wollmanufakturen im großen Stil. In unserem heutigen Blogartikel wollen wir daher der Frage nachgehen, wie eigentlich der Prozess, beginnend bei der Gewinnung von Schafwolle, über die Weiterverarbeitung zum Garn bis hin zur Herstellung eines fertigen Pullovers, aussieht.

Vom Schaf zur Wolle

Bis die Wolle des Schafes zu einem Pullover verarbeitet werden kann, bedarf es eine ganze Reihe handwerklicher oder maschineller Schritte. Die Reise zum fertigen Pullover beginnt dabei immer mit der Schur des Tieres. 

Das weiche und und je nach Rasse mehr oder weniger gekräuselte Haar eines Schafes wird als Rohwolle bezeichnet. Schafe werden mindestens einmal im Jahr geschoren. Dazu ist der Schafhalter verpflichtet. Man spricht dann von einer Vollschur. Einige Rassen –  viele Bergschafrassen zum Beispiel –  jedoch sollten zweimal im Jahr geschoren werden. Dies ist häufig den klimatischen Verhältnissen geschuldet, denen die Tiere ausgesetzt sind. Man spricht in diesem Zusammenhang von einer Halbschur. 

Traditionell werden Schafe meistens zwischen April und August geschoren. Einerseits weil die Wolle während dieser Monate über einen besonders hohen Anteil an Wollschweiß (=Lanolin) verfügen und daher besonders leicht und gut zu scheren ist, andererseits weil sie auf diese Weise in den warmen Sommermonaten von ihrer Wolle befreit sind. 

Eine regelmäßige Schur sorgt zudem dafür, dass die Wolle nicht verfilzt sowie luftdurchlässig und atmungsaktiv bleibt, was für die weitere Verarbeitung dieses vielseitigen Naturrohstoffes mitentscheidend ist. 

Von der Rohwolle zum Vlies

Gleich während des Scherens wird die Wolle nach Qualitäten sortiert, wobei die Haare vom Rücken und den Seiten die Beste ist.
Die gewonnene Schurwolle ist nun zur Weiterverarbeitung bereit. Je nach Schafrasse und den klimatischen Bedingungen, in denen sie vorkommen, können dabei verschiedene Farben und Wollqualitäten unterschieden werden. Qualitativ hochwertige Wolle weist immer eine besonders hohe Elastizität auf. Je feiner die Wollfasern sind und je stärker die Kräuselung des Haares ausgebildet ist, desto höher die Elastizität. So ist zum Beispiel Merinowolle besonders elastisch, wodurch sie sich nicht nur ideal für kuschelweiche Pullover, sondern auch hervorragend zum Filzen oder Spinnen eignet. 

Nach der eigentlichen Schur wird die Wolle also entsprechend ihrer Farbe und Qualität sortiert und anschließend gewaschen. Nach dem Waschen und Trocknen kommt die Schurwolle in den sogenannten Krempelwolf. Der Krempelwolf besteht aus zwei Hackenwalzen durch die die Wolle durchläuft. Dabei wird die Wolle aufgelockert, vegetabileien werden entfernt und die einzelnen Haare werden grob Ausgerichtet. Hinten beim Krempelwolf kommen weiche Wollflocken herraus. 

Spinnen von Schafwolle

Diese Wollflocken kommen dann in die Krempelmaschiene oder Kardiermaschiene. Die Krempelmschiene besteht aus mehreren Hackenwalzen verschiedener Grösse durch die die Wollflocken laufen. In dieser Maschine wird die Wolle so gekämmt, dass alle Wollhaare parallel zueinander ausgerichtet werden. Darüber hinaus werden bei diesem Vorgang die Wollhaare aufgelockert und restliche Vegetabilien entfernt. Am Schluss kommt ein Vlies herraus. Dieses Vlies kann dann beispielsweise zum filzen verwendet werden, als Füllung einer Steppdecke dienen oder es wird zu einem Garn versponnen. 

Beim Spinnen wird durch das Verziehen und Zusammendrehen einzelner kurzer Fasern bzw. Faserbündel ein gleichmäßiger Faden hergestellt. Anschließend wird zum Knäuel oder Strähn gewickelt. Was früher noch mühevoll per Hand mit einem Spinnrad erledigt werden musste, funktioniert heute in der Regel vollautomatisch. 

Von der Strickwolle zum Pullover

Die fertigen Garne können nun zu Textilien weiterverarbeitet werden. Dazu gibt es im wesentlichen zwei Techniken das Stricken oder das Weben. Wollpullover werden gestrickt. Moderne computer gesteuerte Maschinen können mitlerweile einen Pullover sogar in einem Stück stricken. Üblicher ist jedoch nach wie vor das mehrere einzelne Teile gestrickt werden, die dann verneht oder zusammengekettelt werden.
Es bedarf vieler Schritte bis aus der Rohwolle ein weicher Winterpullover geworden ist. Aufgrund der besserer Verständlichkeit haben wir den Prozess nochdazu nur skizzieren können. 

Neben hochwertigen Pullovern werden auf diese Art auch Oberbekleidung wie Strickjacken, Westen, Ponchos oder Cardigans gefertigt. Wollgarne werden ausserdem zu zahlreiche weitere Produkten wie Strümpfe, Socken oder Mützen verstrickt.

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