Der Weg unserer Winterdecke aus Lungauer Schafwolle beginnt nicht in der Werkstatt, sondern auf den Wiesen der Almen. In Österreich haben viele Schafhalter Schwierigkeiten, ihre Wolle zu verwerten. Sie gilt als landwirtschaftliches Nebenprodukt, wird häufig als minderwertig angesehen und findet nur selten Abnehmer. Dabei ist Schafwolle eine wertvolle und nachwachsende Ressource. Rund 400000 Schafe leben in Österreich und jedes einzelne muss mindestens einmal im Jahr geschoren werden.
Wir möchten zeigen, wie viele Hände, wie viel Fachwissen und wie viel Erfahrung notwendig sind, bis aus dieser Wolle eine fertige Decke entsteht. In unserer Videoserie begleiten wir diesen Prozess Schritt für Schritt: von der Schafschur über die Wollwäsche und das Kardieren bis hin zum Nähen der Winterdecke. Vier kurze Einblicke, die sichtbar machen, wie aus einem regionalen Rohstoff ein hochwertiges Naturprodukt entsteht.
Teil 1: Die Schafschur – Der Ursprung jeder Decke
Am Anfang steht die Schur der Lungauer Bergschafe. Sie liefern die Wolle, aus der später unsere Winterdecken entstehen. Geschoren wird im Biosphärenpark Lungau, genauer gesagt in Göriach am Zehenthof bei Martina und Markus Lankmayer. Von rund 100 Schafen gewinnen wir dort etwa 326 Kilogramm Rohwolle. Das ist der erste Schritt auf dem Weg zur fertigen Decke.
Die Schur ist ein ruhiger und routinierter Arbeitsprozess, der viel Erfahrung braucht und für das Wohl der Tiere wichtig ist. In diesem Video zeigen wir, wie dieser Schritt auf dem Hof der Familie Lankmayer aussieht.
Teil 2: Die Wollwäsche: Aus Rohwolle wird Schafschurwolle
Nach der Schur geht die Wolle auf ihre erste große Reise in die einzige Wollwäscherei Österreichs, das Ötztaler Schafwollzentrum Regensburger. Dort wird sie schonend gewaschen, entfettet und von Verschmutzungen befreit.
Von den rund 326 Kilogramm Rohwolle bleiben nach der Wäsche etwa 200 Kilogramm übrig. Dieser Schritt entscheidet maßgeblich darüber, wie sauber, weich und langlebig das spätere Vlies wird.
Im Video zeigen wir, wie die Wolle im Ötztal gewaschen wird. Es ist ein Prozess, der viel Wasser, Geduld und Erfahrung braucht.
Teil 3: Kardieren: Von der lockeren Faser zum feinen Vlies
Nach der Wäsche kommt die Wolle zurück in unsere Wollwerkstatt. Beim Kardieren werden die Fasern geöffnet, parallelisiert und zu einem gleichmäßigen Vlies verbunden. Dieser Arbeitsschritt hat sich seit Jahrhunderten kaum verändert und prägt maßgeblich die Qualität der späteren Decke.
Aus den etwa 200 Kilogramm gewaschener Wolle entstehen beim Kardieren die Vliese für rund 80 Winterdecken. Sie werden leicht, luftig und gleichmäßig verteilt.
Im Video zeigen wir, wie aus der losen Faser in unserer Werkstatt ein feines und gleichmäßiges Wollvlies wird.
Teil 4: Nähen: Der Moment, in dem die Decke Form annimmt
Wenn das Vlies fertig ist, entsteht in der Näherei Schritt für Schritt die Winterdecke. Das Vlies wird in den Stoffrahmen eingelegt, fixiert und anschließend sorgfältig vernäht. Jede Naht braucht Aufmerksamkeit, Erfahrung und ein gutes Auge. Sie entscheidet über Haltbarkeit, Form und Komfort.
Genäht wird bei uns von Herta, die seit vielen Jahren mit großer Ruhe und Präzision an unseren Decken arbeitet. Ihre Erfahrung sieht man in jedem Stich.
Im Video kannst du mitverfolgen, wie aus dem Wollvlies in Hertas Händen eine fertige und kuschelig warme Winterdecke entsteht.
Abschluss
Die Reise der Lungauer Wolle zeigt, wie viel Sorgfalt, Handarbeit und Wissen in jeder einzelnen Winterdecke steckt. Aus einer Bergschafwolle, die lange Zeit kaum jemand haben wollte, entsteht hier durch viele Hände und viel Erfahrung ein Naturprodukt, das seinen Besitzer über viele Jahre Nacht für Nacht wärmt.
Wenn du diese Decken nicht nur sehen, sondern auch spüren möchtest, findest du hier unsere Auswahl an Bettdecken aus österreichischer Merinowolle:
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